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martedì 16 luglio 2013

III Die Rückkehr der italienischen Militärinternierten


Die Politik der Wiedereingliederung und des „Reducismo“


Der Reducismo als soziale Bewegung ist ein sehr komplexes Phänomen, das die verschiedensten Formen der Kriegserfahrungen des Zweiten Weltkrieges, besonders jene von Italien, widerspiegelt. Der „reduce“ ist der Heimkehrer. Der Begriff „reducismo“ beschreibt also das Phänomen der Reintegration der Heimkehrer in die Zivilgesellschaft. In Italien hat dieser Begriff eine besondere Bedeutung, muss aber eher mit negativer Konotation verstanden werden. Diese Tatsache lässt sich auf die schwierige Konstellation der italienischen Bedingungen im Bereich der Politik und Ökonomie zurückführen. Die Dynamik der politischen Parteien kommt in dieser Periode besonders zum Ausdruck. Sie ist die Ursache für die schwierige Situation, die die ehemaligen Kriegsgefangenen und Militärinternierten bei ihrer Rückkehr ins Vaterland vorfanden.

Der Reducismo ist ein soziales Phänomen, das wirtschaftliche und moralische Aspekte vereint und in dem verschiedene Figuren aufeinandertreffen, so Bistarelli. Die Rede ist hier von Soldaten, die zu Gefangenen wurden oder zu den Partisanen überliefen, in Folge vielleicht verletzt wurden und im schlimmsten Fall später mit einer Behinderung leben mussten. Dieses Beispiel soll verdeutlichen, dass es viele Stadien gab, mit denen ein Kriegsteilnehmer konfrontiert werden konnte. Der Heimkehrer wird damit zur Schlüsselfigur der Nachkriegszeit und muss im Kontext einer Bevölkerungsbewegung gesehen werden, die im Zweiten Weltkrieg, aber auch in der Nachkriegszeit, stattfand. Die Heimkehr der Kriegsgefangenen und Militärinternierten hatte einen starken Einfluss auf das Klima der Städte und Dörfer. In den Städten des Südens sah man die Rückkehr dieser Massen als eine Bedrohung, als eine gefährliche Gruppe, die nicht stillschwieg, sondern der Bevölkerung die Last ihrer Benachteiligung vor Augen führte. In Italien ist dies ein Phänomen, das Millionen von Personen betraf und deshalb auch eine besondere Aufmerksamkeit verdient. Eine Analyse der politischen Umstände dieser Periode dient dem Verständnis der Formierung der neuen italienischen Führungsschicht. Bei den Beschreibungen dieses Prozesses darf jedoch nicht die ethische Komponente vergessen werden. Es handelte sich hierbei um die Abwendung vom Faschismus, von einer Kultur und den Werten ganzer Generationen.[1]

Das quantitativ hohe Ausmaß der Kriegsheimkehrer nach Ende des Zweiten Weltkrieges erklärt im Fall Italien, warum man nicht auf ihre Aufarbeitung verzichten darf. Vor allem das Ereignis der Militärinternierung betraf mehr als die Hälfte der italienischen Gefangenen und wird dadurch aus zu einem maßgeblichen Phänomen des Zweiten Weltkrieges. Fast ein Viertel der Italiener war von dieser Bevölkerungsbewegung betroffen. Vergleicht man das Ausmaß des Schicksals, das den Italienern im Zweiten Weltkrieg widerfuhr mit dem des Ersten, so muss zugegeben werden, dass dies um ein Vielfaches schlimmer war. Das Problem der Kriegsgefangenschaft war für die italienische Gesellschaft, den italienischen Staat und vor allem für die neue demokratische Regierung eine schwere Herausforderung.

Die Regierungen der Nachkriegszeit entwickelten eine besondere Haltung gegenüber der Rückkehr der Gefangenen und ihrer Wiedereingliederung in das Produktionsnetz der italienischen Gesellschaft nach 1945. Um die Politik zu verstehen, ist es notwendig auf die Periode der „Ossessione“ (Obsession) der Jahre 1918-1922 zu verweisen, die in der ersten Nachkriegszeit in der demokratischen Führungsschicht verbreitet war.[2] Laut Claudio Pavone war die Haltung der antifaschistischen Politikerklasse gegenüber den Heimkehrern des Zweiten Weltkrieges weitgehend von der Beziehung zwischen den Heimkehrern des Ersten Weltkrieges und dem Faschismus konditioniert.[3]

Die Exponenten der alten liberalen Führungsschicht und die frühen antifaschistischen Elemente, die sich in den letzten Jahren des Regime oder während des Krieges formierten, wollten in jedem Fall vermeiden, dass sich derselbe Fehler der Nachkriegszeit des Ersten Weltkrieges wiederholte. Damals war es der Combattentismo (Kämpferismus), der die Ex-Kriegsgefangenen in die Hände der Faschisten führte, so Sandro Rinauro. Auf Grund dieser Erfahrung lehnte die antifaschistische Führungsschicht, aber auch die Allgemeinheit, eine besondere politische, soziale und kulturelle Anerkennung der Heimkehrer ab. Labanca spricht sogar von einem tiefen Misstrauen, das den Heimkehrern von Seiten der Resistenza entgegengebracht wurde. Die Politiker der Resistenza zitterten geradezu vor dem politischen Gepäck, das die Heimkehrer von ihren Gefängnissen hätten mitbringen können. Es handelte sich dabei um Werte wie Nationalismus, Combattentismo und die Angst vor einer Selbstüberschätzung der Heimkehrer. Tatsache war, dass die politische Einbeziehung des Problems der Heimkehrer die italienischen Führungskräfte zu zwei sich widersprechenden Lösungen veranlasste. Einerseits waren sie sich dem Groll der Kriegsgefangenen gegenüber den neuen demokratischen Parteien, von denen sie sich im Stich gelassen fühlten, bewusst und versuchten die Alliierten von einem raschen Heimtransport zu überzeugen. Andererseits versuchten sie jedoch die Rückkehr der Masse der Kriegsgefangenen zu verzögern, da das politische Programm des Wiederaufbaues Italiens eine Senkung der Arbeitslosigkeit durch Emigration der Betroffenen vorsah.  Diese Vorgangsweise verlangte Fingerspitzengefühl, um den Konsens zwischen den Kriegsheimkehrern und ihren Angehörigen und den politischen Institutionen nicht zu gefährden. Die Lösung für das Problem der sozialen und politischen Reintegration der Heimkehrer  lag in der Emigration und wurde in den Dokumenten der Partisanen über die Heimkehrerdebatte abgehandelt.

Der Aktzionist Livio Pivano versuchte damals zu verdeutlichen, dass das Problem des italienischen „Combattentismo“ (dem sich nach dem Ersten Weltkrieg das faschistische Regime annahm) immer ein Phänomen der Arbeitslosigkeit gewesen sei, und dass, von ökonomischer Seite betrachtet, die Aufnahme der Kriegsheimkehrer in ein Emigrationsland wie Italien, eher als ein internationales als nationales Problem zu sehen sei. Laut Pivano folgt daraus, dass die fehlende Lösung größtenteils den Staaten zuzuschreiben ist, die dem Strom der italienischen Emigranten die Einreise verweigerten. Außerdem beschuldigte er den Faschismus, eine Forcierung der Emigration nach dem Ersten Weltkrieg unterlassen zu haben, um die Basis des Regimes sicher zu stellen. Pivano sieht das Hauptproblem der Heimkehrer des Ersten Weltkrieges in der sozialen und politischen Benachteiligung, doch nach dem Zweiten Weltkrieg eher in der sozialen und wirtschaftlichen Benachteiligung was seiner Meinung nach viel einfacher zu lösen gewesen wäre.[4]

Mit der Befreiung Italiens wurde der Grundstein für eine neue demokratische Zivilisation gelegt, in die sich auch die Kriegsheimkehrer einfügen sollten. Die Politiker erkannten erst als es um ihre Wiedereingliederung ging, dass es ein Fehler war, sie während ihrer Gefangenschaft nie über die nationale Politik zu informieren. Italien präsentierte sich bei ihrer Rückkehr als ein Land des Chaos. Die führenden italienischen Politiker (Regierung De Gaspari) befürchteten deshalb nicht nur Interessenkollisionen von Seite der Rechten, sondern auch kommunistische Sympathien der Heimkehrer. Die Kriegsgefangenen hatten sich noch während ihrer Gefangenschaft an die italienischen Behörden gewandt und ermöglichten so den Politikern eine Reflexion über die „rote Gefahr“[5], die ein Teil der Heimkehrer für sie verkörperte. 

Labanca sieht die ausschlaggebende Motivation für die liberale Politik gegenüber den Heimkehrern in den Befürchtung einer Wiederholung der „Ossessione“ der Jahre nach dem Ersten Weltkrieg. Für die Verantwortlichen war nicht klar für welche Politik sie sich entscheiden sollten. Sie wollten keinen Freiraum lassen, der möglicherweise wieder  ähnliche Bewegungen der ersten Nachkriegszeit provozierte. So entschied man sich zu einer quasi „Nicht-Aktivierung“ des Staates in dieser Angelegenheit. Man wollte diese Aufgabe an andere Institutionen delegieren, je nach Ideologie sollte dies die Zivilgesellschaft, der Markt oder die Familie selbst sein. Dieser Versuch einer liberalen Politik gegenüber den Kriegsheimkehrern sah einen „minimalen“ Staat vor, der die Lösung dieses nationalen Problems den Mechanismen der Zivilgesellschaft überlassen sollte. Die Art von Unterstützung, die den Heimkehrern gewährt wurde, spiegelte bereits einige strukturelle Charakteristiken des Sozialstaates wider, der sich später in Italien formen sollte. Kennzeichnend dafür war die Ausweitung der privaten Unterstützungshilfe für die Heimkehrer (hier vor allem die Interventionen der katholischen Kirche) gegenüber der öffentlichen oder staatlichen Hilfsmassnahmen. Labanca geht davon aus, dass die Gefangenen bereits im Moment ihrer Freilassung intuitierten, wie schwach sich der Staat ihnen gegenüber zeigen würde. Die Erklärung für den fehlenden Einsatz zu einer schnellen Heimkehr lag darin, dass der Status Italiens an Seite der Alliierten Mächte sehr schwach war und die mangelnde Ausrüstung an Transportmittel ihre Rückkehr verzögerte. Das erklärte auch, warum die Alliierten zuerst ihren Männern die Heimreise ermöglichten und erst danach die derjenigen eines ehemaligen faschistischen Staates, so Labanca. Im Juli 1945 waren bereits 80 Prozent der französischen Kriegsgefangenen befreit worden, während zur gleichen Zeit vielleicht nur ein Drittel der Italiener in ihre Heimat zurückgekehrt war.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der italienischen Politik der Nachkriegszeit betrifft die Tatsache, dass es für die Anliegen der Heimkehrer keine anerkannten politischen Referenten gab. Im Gegensatz zur Nachkriegszeit des Ersten Weltkrieges nahm sich diesmal keine Partei  der  Ex-Soldaten an. In Frankreich entwickelte sich zum Beispiel unter DeGaulle ein starker institutioneller Organismus, der sich um die ehemaligen Kriegsgefangenen kümmerte. Das gab den Heimkehrern auch die Möglichkeit zu einem freien politischen Kampf, der in Frankreich klar deklariert von der kommunistischen Partei getragen wurde. In Italien hingegen fanden die Kritiken an der zu liberalen Politik und die Manifestationen von Seiten der Heimkehrer kein ernstes politisches Ufer und scheinbar floss diese Haltung vom Politischen schließlich auch in die Familie und ins Individuelle zurück.

Eine derartig liberale Politik, die sich bei der Lösung eines schwerwiegenden nationalen Problems auf die Mechanismen der Zivilgesellschaft stützte, hat dazu geführt, dass die Traumata und die sozialen Kosten um ein Vielfaches höher waren. Durch das Programm des Wiederaufbaues wurde das Elend der Heimkehrer noch verstärkt. Sie kämpften für ein Vaterland, dass sie im Endeffekt gar nicht wollte.[6]




Die Kriegsgefangenen und die Massenemigration als Wirtschaftspolitik des     

Wiederaufbaues von 1944 - 1948


Das Phänomen der Massenarbeitslosigkeit war auch im 20. Jahrhundert eine der schwersten politischen Herausforderungen mit denen die Politiker vieler Länder zu kämpfen hatten, um den Konsens in der Bevölkerung zu gewährleisten und um das Überleben der Institutionen zu sichern. Ganz besonders im demokratischen Nachkriegsitalien war dieses wirtschaftliche und soziale Problem ein fundamentales Anliegen zur Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung. Vor allem in den Monaten der Resistenza und in den Jahren des Wiederaufbaues war das politische Problem der Kontrolle der Arbeitslosigkeit ein besonders delikates und dringliches, denn die Ursache dafür waren zwei neuartige materielle und politische Phänomene. Einerseits musste in materieller Hinsicht nach Beendigung des Krieges mit der Umstellung von der Kriegswirtschaft auf Friedenswirtschaft begonnen werden. Besonderen Wert legte Italien, so Rinauro, auf die Wiederherstellung der nationalen wirtschaftlichen Strukturen durch eine reziproke Integration auf internationaler Ebene. Im Fall Italien konnte die Eingliederung der nationalen Wirtschaft am internationalen Markt nur durch eine profunde organisatorische und technische Umstrukturierung der eigenen Wirtschaft geschehen. Das wiederum konnte nur durch eine hohe  Kündigungswelle realisiert werden.  Andererseits, auf politischer und institutioneller Ebene, war gerade das Versprechen die Massenarbeitslosigkeit zu bekämpfen ein wichtiger Faktor zur Aufrechterhaltung der demokratisch-repräsentativen Institutionen. Das Schlagwort „full employment“ war auch in Italien zu einer politischen Notwendigkeit geworden, und spielte eine entscheidende Rolle bei der Konkretisierung der Vorstellungen der Resistenza, welche die Gründung demokratischer Institutionen propagierte. Wie Rinauro deutlich macht, treffen hier zwei sich widersprechende Notwendigkeiten aufeinander. Auf der einen Seite wurde Massenkündigung zur wirtschaftlichen Notwendigkeit und hätte dem Land eine Umstrukturierung nach internationalem Vorbild erlaubt, die auf langer Sicht zu mehr Wohlstand führen sollte, und gleichzeitig eine politische und soziale Konsolidierung bedeutet hätte. Auf der anderen Seite stand die Notwendigkeit der Vollbeschäftigung, das demokratische Ideal der Resistenza und die Voraussetzung zum Überleben der neuen Institutionen. Die Politiker und die Männer der Resistenza erkannten den starken Widerspruch erst dann, als sie sich mit dem enormen Problem der Wiedereingliederung der heimkehrenden Kriegsgefangenen konfrontiert sahen, so Sandro Rinauro.[7]

Die Wiedereingliederung der Kriegsheimkehrer in ein durch das Krieg verarmte Land wie Italien, brachte große soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten mit sich. Die neue politische Führung sah sich im Jahr 1945 mit einer sofortigen Wiederaufnahme von mehr als 1 400.000 Kriegsgefangenen, darunter Soldaten als auch Zivile, konfrontiert. Das waren ungefähr 30 Prozent der aktiven männlichen Bevölkerung Italiens. Dieses quantitativ hohe Ausmaß an potentiellen Arbeitsuchenden erklärt, warum ihre Eingliederung ins Zivil- und Berufsleben es so schwierig machte eine Lösung zur Senkung der hohen nationalen Arbeitslosigkeit zu finden. Die aktive Bevölkerung Italiens, Männer und Frauen, machte zu diesem Zeitpunkt ungefähr 19 Millionen aus, und die Heimkehrer, vor allem junge Soldaten,  repräsentierten die wichtigste Gruppe der potentiellen Arbeitskräfte.[8] Agostino Bistarelli verweist dabei auf den Umstand, dass die Heimkehrer hauptsächlich aus Arbeiterfamilien stammten und folglich ihre wirtschaftlichen Probleme allein durch die Beseitigung der Arbeitslosigkeit zu lösen gewesen wären.[9] 


[1] Vgl. Bistarelli, Reducismo e associazionismo, S 221- 225.
[2] Vgl. Labanca, Il ritorno, S 207f.
[3] Vgl. Pavone, Appunti sul problema dei reduci, S 92.
[4] Vgl. Rinauro, La Disoccupazione di massa, S 575-584.
[5] Rinauro, La Disoccupazione di massa, S 581.
[6] Vgl. Labanca, Il ritorno, S 210-214.

[7] Vgl. Rinauro, La Disoccupazione di massa, 549f.
[8] Vgl. Rinauro, La Disoccupazione di massa, S 552f.
[9] Vgl. Bistarelli, Il reinserimento dei reduci, S 963.

IV. Die Rückkehr der italienischen Militärinternierten


Die Resistenza im Norden und die Wiedereingliederung der Kriegsgefangenen


Im Süden des Landes wurde das Problem der Wiedereingliederung als ein politisches betrachtet. Im Norden hingegen, wo Sozialstruktur schwer unter der deutschen Besatzung gelitten hatte, sah man dieses Phänomen eher als ein wirtschaftliches Problem und stellte das Politische hinten an. 

Ein eindeutiger Beweis dafür sieht Rinauro in einem unveröffentlichten „Plan zum nationalen Wiederaufbau“, der im Oktober 1944 von dem Ökonomen Libero Lenti ausgearbeitet wurde. Dieser Plan beschreibt ausgehend von den wirtschaftlichen und politischen Umbrüchen der Zeit exakt die einzelnen wirtschaftlichen Programme zur Restrukturierung der nationalen Ökonomie. Von Interesse ist hier die Tatsache, dass Lenti zu diesem Zeitpunkt der Resistenza angehörte und gleichzeitig im CLNAI (Komitee zur nationalen Befreiung) einer der verantwortlichen Politiker im Bereich der sozialen und politischen Ökonomie war. Die wirtschaftlichen Elemente seines Planes zum nationalen Wiederaufbau nehmen in überraschender Weise die  Koordinaten vorweg, welche später den nationalen Wiederaufbau charakterisierten. Das Hauptziel Lentis war die endgültige Aufgabe der wirtschaftlichen Autonomie des faschistischen Regimes durch die Erreichung der vollen Konkurrenzfähigkeit des italienischen Produkts am internationalen Markt. Laut Rinauro verlangte das auch die Einbeziehung eines weiten angloamerikanischen Wirtschaftsraumes als Garantie für die Erholung der italienischen Wirtschaft und als Erfolgsvoraussetzung des Planes selbst. Zum Zwecke der Erreichung der internationalen Konkurrenzfähigkeit schlug Lenti die Restrukturierung der Hilfsgüterindustrie auf Kosten der Massenkonsumgüter vor, die streng rationiert für die Exportproduktion geopfert werden hätten müssen. Der Plan von Lenti nahm deutlich die Linie des freien Handels an, war aber gleichzeitig undurchlässig für wirtschaftliche Auswege wie die Expansion des internen Gütermarktes, das gerade in diesen Monaten in ganz Europa große Hoffnungen beim Erreichen der Vollbeschäftigung hervorrief.

Lentis Plan präsentierte ein exakt durchdachtes organisches System von koordinierten Vorkehrungen. Durch die Vernachlässigung eines Punktes, wäre die gesamte Strategie gefährdet gewesen. Der Angelpunkt des Systems zur Erreichung der Konkurrenzfähigkeit des Nationalprodukts war die Reduktion der Produktionskosten durch eine technische Umstrukturierung und die Freisetzung der enorm überschüssigen Masse an Handwerkern, die sich durch die beschränkten Produktions- und Handelsmöglichkeiten der italienischen Industrie in den dramatischen Monaten nach Beendigung des Krieges angesammelt hatte. Die von Lenti propagierte Theorie der Massenemigration wurde später von der zukünftigen Regierung von DeGasperi in ähnlicher Weise übernommen und war eher ein struktureller Ausweg als eine momentane Lösung. Rinauro sieht in Lentis Theorie ein Instrument zur Entlastung des Produktionsapparates und zur Realisierung von korrelativen finanzwirtschaftlichen Voraussetzungen. Um den notwendigen internationalen Handel zur nationalen wirtschaftlichen Wiederbelebung aktivieren zu können, musste die Konvertibilität der Valuten durch den Wiederausgleich der öffentlichen und kommerziellen Bilanzen zwischen den verschiedenen Staaten stabilisiert werden. Dieses Ziel konnte wieder nur durch die Massenemigration erreicht werden, der nicht nur die Rolle zur Ausbilanzierung des Handelsdefizit anvertraut wurde, sondern auch die zur Lieferung der gewünschten Valuta, vor allem Dollar und Sterline zum Import der zum Wiederaufbau und zur Exportproduktion benötigten Rohstoffen.  Lenti empfahl auch in großem Ausmaß auf internationale Kredite zurückzugreifen, und prognostizierte somit bereits die ersten Hilfszahlungen von Seiten der UNRRA und den später folgenden Marschall Plan.

Laut Rinauro war der Massenexodus die essentielle Bedingung auf der das ganze System des Planes von Lenti basierte. Der Emigration wurde eine enorme Verantwortung anvertraut, ohne die sich eine Abwendung von der Autarkie, die Integration der italienischen Wirtschaft in die Weltwirtschaft, der Plan und der Wiederaufbau des Landes nicht selbst hätten realisieren können.[1]

Die diplomatischen Beziehungen Italiens waren im Oktober 1944 jedoch noch ziemlich instabil. Durch die schlechten Konditionen war es schwierig die Verhandlungen zur Vorbereitung der Massenemigration wie sie von Lenti vorgeschlagen worden war, aufzunehmen. Außerdem waren die Siegermächte bei Beendigung des Konflikts selbst mit der Demobilisierung ihrer Heere und der Umstellung von Kriegs- auf Friedenswirtschaft beschäftigt. Italien konnte erst im Mai 1946 mit Frankreich und Belgien die ersten Verhandlungen  zur Emigration von  Kohlengrubenarbeiter beginnen.  Der Plan Lenzis sah die Auswanderung von zwei Millionen Männern für einen Zeitraum von 10 Jahren vor. Die Zahl überstieg jedoch die tatsächliche Anzahl, in den Jahren nach dem Krieg war es ungefähr 500.000 Italienern möglich zu emigrieren.

Um diesen Massenexodus realisieren zu können, berief sich Lenti auf die ungefähr 1.400.000 Gefangenen, die in allen Winkeln der Erde verstreut waren. Er griff tatsächlich auf den Teil der italienischen Bevölkerung zurück, der bestimmt mit Abstand am meisten in diesem Krieg gelitten hatte, ganz besonders im Fall der Gefangenen in Deutschland, Frankreich und Russland. Diese Gefangenen wurden zusätzlich auch noch dazu aufgerufen sich im Namen des Wiederaufbaues ihres Landes zu opfern. Der von Rinauro zitierte Auszug aus dem Schriftstück Lentis zeigt wie kühl dieser das Schicksal der Männer in seinen Plan integrierte:

„..es wird nötig sein die sofortige Rückkehr aller Gefangenen zu verhindern, es ist dies bestimmt eine unpopuläre Politik, doch man muss den Mut dazu aufbringen sie zu aktivieren. Man muss vor allem versuchen ihren Status der Gefangenen in den der bezahlten Arbeiter zu transformieren. [...] Es wird bestimmt schwierig sein die Heimkehr der sich zur Zeit in Deutschland befindlichen Gefangenen zu vermeiden, doch die Arbeit im Ausland wird ein großes Ventil für unser Arbeitspotential  darstellen.“[2]

Rinauro führt sehr gut vor Augen, wie die moderate und traditionelle Politik der Wirtschaftskommission der Partisanen und die des CLNAI (Komitees zur nationalen Befreiung) in Bezug auf  Beschäftigungspolitik ausgesehen hatte, und verweist auf die große Ähnlichkeit mit Lentis Plan. Die Emigration wurde zum Hauptinstrument der Politik des Wiederaufbaues des Landes.[3]

Das Ereignis der Wiedereingliederung der italienischen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges war der Beginn des Wiederauflebens der zweiten großen geschichtlichen Phase der Massenemigration. Die Regierungen nach dem 8. September 1943 suchten nach einer radikalen Lösung, die die materielle Belastung der Heimkehrer hätte erleichtern sollen, und die es gleichzeitig ermöglichen sollte dem Problem des gesellschaftlichen Dissenses, verursacht durch ihre Strategie des Wiederaufbaues, auszuweichen. Der Umstand der wachsenden Demokratie trug entscheidend dazu bei, dass die Institutionen das erste Mal einem Problem gegenüberstanden, das auf einer sehr delikaten Ebene des öffentlichen Konsenses ausgetragen werden musste. Die Emigration war folglich eine fundamentale und strukturbedingte Wahl der politischen Ökonomie unter der neuen demokratischen Regierung, den Exponenten des Antifaschismus und der Resistenza.[4]

Das die italienischen Behörden eine Blockierung der Rückkehr der Kriegsgefangen und die Programmierung ihres Ausschlusses vom nationalen Wirtschaftsleben planten blieb auch den Gefangenen in den Lagern nicht verborgen. Die Kriegsgefangenen waren über das italienische Misstrauen ihnen gegenüber von dem Moment an auf dem Laufenden, als der Plan mit skrupelloser Reserviertheit in die Tat  umgesetzt wurde und nicht länger nur ein Wunsch der italienischen Resistenza blieb. Italienische Militärkommissionen versuchten in den Gefangenenlagern, die in allen Ecken der Welt verstreut waren, die Gefangenen dazu zu überreden nicht in ihre Heimat zurückzukehren, sondern im Ausland als immigrierte Arbeiter zu bleiben. Diplomatische Aktionen wurden eingeleitet, um die Regierungen der alliierten Mächte anzuhalten den italienischen Gefangenen die Freilassung und den Status der Immigranten zu gewähren. Das rechtfertigende Argument gegenüber den Gefangenen war die prekäre wirtschaftliche Situation Italiens. Man versuchte ihnen verständlich zu machen, dass es auch nur in ihrem Interesse liegen kann im Ausland zu bleiben, wo bestimmt bessere Umstände als im Heimatland vorzufinden wären.

Die praktische Durchführung zur Entmutigung der Heimkehrer hatte bereits im Februar 1945 begonnen, also noch vor dem tatsächlichen Ende des Krieges. So stark muss die Furcht der Politiker vor der Rückkehr der Masse an Kriegsgefangenen gewesen sein, auch wenn die Alliierten die Freilassung der internierten italienischen Soldaten noch Monate und Jahre hinauszögern konnten. Der zuständige Kommissar des „Alto commissariato per i prigionieri di guerra“ Gazzera versuchte sehr wohl durch diplomatisches Taktgefühl die Freilassung seiner Landsmänner zu beschleunigen, doch ging es bei den Verhandlungen lediglich  um die Freilassung und nicht auch um die Rückkehr. Die Gefangenen sollten wie freie Arbeiter bezahlt und behandelt werden, und den Gesetzen des Landes unterstellt werden[5].



 

Die Rolle der italienischen Kriegsgefangenen am internationalen

Arbeitsmarkt


Der Fall Frankreich


Das Ereignis der italienischen Gefangenschaft in der Hand der Franzosen repräsentiert eines der schmerzlichsten und verhängnisvollsten Schicksale, das den italienischen Soldaten in den Jahren des Krieges widerfahren ist. Die absurden normativen Konditionen unter denen dieses Ereignis stattfand, wurden in einem vorhergehenden Kapitel bereits besprochen. Die verlängerte Festhaltung der Italiener nach Abschluss des Waffenstillstandes von Seiten der Alliierten bedeutete eine schwere Verletzung des internationalen Rechts. Die Motive, die die Alliierten dazu bewegt hatten, lagen in der dringenden Notwendigkeit von Arbeitskräften an den Kriegsfronten und auf nationalem Gebiet. Der Wunsch der Italiener an Seiten der Alliierten gegen Deutschland zu kämpfen, gab ihnen die Möglichkeit die italienischen Kriegsgefangenen zur Zwangsarbeit heranzuziehen. Interessant zu sehen ist dabei, dass die Kosten für diese Arbeitskräfte sehr gering waren. Die italienischen Gefangenen gehörten noch dem italienischen  Militär an, und aus diesem Grund war es verpflichtet seinen Soldaten den Soldatensold zu bezahlen. Italien musste also die Zwangsarbeit der eigenen jungen Soldaten finanzieren, wovon aber gänzlich die ausländische Wirtschaft profitierte. Was Frankreich betrifft, war die Ungerechtigkeit noch größer, da die Soldaten die eigentlich widerrechtlich festgehalten wurden, nicht einmal von den Franzosen entwaffnet worden waren, sondern von den Amerikanern und Briten an sie ausgeliefert wurden. Die italienischen Soldaten wurden zum nationalen Wiederaufbau in Frankreich selbst und in den nordafrikanischen Gebieten benützt. Die Skrupellosigkeit der Franzosen bestätigte sich im Frühling 1945 als italienischen Gefangenen aus den deutschen Lagern durch die Angloamerikaner befreit worden waren. In großem Ausmaß wurden sie wieder an die Franzosen abgegeben, die sie erneut zur Zwangsarbeit verpflichteten.  Wie aus einigen Aufzeichnungen des Zensurbüros hervorging, widerfuhr einem Teil der italienischen Soldaten in Frankreich eine oft noch schlechter Behandlung als in den deutschen Lagern.[6]

Die italienischen Diplomaten hielten die Franzosen dazu an, den Status ihrer in Frankreich festgehaltenen Soldaten in den der Zivilarbeiter zu ändern, denn mit diesem Akt wäre ihnen der Schutz der Genfer Konvention zugute gekommen. Italien verfolgte jedoch auch das Ziel einer Übereinkunft zur  italienischen Emigration nach Frankreich. Der französische Botschafter trieb so die Freilassung der italienischen Gefangenen in Hinblick auf ihr Verbleiben als Immigranten zum Wiederaufbau voran. Im August 1945 kam von Seiten der Franzosen der Vorschlag zum Austausch der italienischen Gefangenen mit der gleichen Anzahl von italienischen Immigranten. Die italienischen Behörden waren mit der Bedingung keineswegs einverstanden. Am 30. September stimmte Frankreich endlich der Freilassung eines Teiles der italienischen Gefangenen zu.

Im Februar 1946 wurde der Vertrag zur Emigration der italienischen Kohlengrubenarbeiter mit Frankreich ausgehandelt. Bald darauf folgte ein zweiter Vertrag zur Emigration anderer Arbeiterkategorien. Im März 1947 kam es zum ersten generellen Emigrationsabkommen zwischen den beiden Nationen. Vorgesehen waren bis zu 200.000 italienische Emigranten, dieses Unternehmen kam jedoch in diesem Ausmaß nicht zustande. Die  fehlenden Unterkünfte und die langwierige Auswahl von emigrierenden qualifizierten Arbeitern reduzierten letzten Endes die Anzahl auf 53.000 effektive Emigranten. Gleichzeit waren jedoch die anderen vorgesehenen Emigrationsländer nicht in der Lage die arbeitslosen Italiener aufzunehmen, und es bestand auch nicht die Möglichkeit jene Arbeiter unterzubringen, um die  sich die italienische Wirtschaft hätte erleichtern sollen. Aus diesem Umstand heraus entstand das Phänomen der illegalen Emigration, vor allem versus den lateinamerikanischen Ländern.

Mit Rücksicht auf diese Problematik sind auch die Bemühungen der italienischen Regierung zu sehen, und machen die Vorkehrungen zum Verbleiben der ehemaligen Kriegsgefangenen in Frankreich verständlich. Die italienischen Militärkommandos verabschiedeten bereits am französischen Konsulat  (wie auch in den anderen alliierten Ländern, die dem Verbleib der ehemaligen italienischen Kriegsgefangenen zustimmten) an Ort und Stelle ihre Soldaten, um den Aufenthalt als Immigranten zu erleichtern. Für diese Entlassungen gibt es, so Rinauro, noch für das Jahr 1948 Zeugen. Es muss jedoch hinzugefügt werden, dass die Wiedereingliederung der italienischen Gefangenen auf französischem Gebiet und seinen Kolonien generell sehr langsam voranging. Das lag daran, dass Tausende von ihnen zerstreut herumirrten und die Regulierung ihrer eigenen Position gegenüber den französischen wie italienischen Behörden mieden. Die Gründe dafür waren vielfältig, größtenteils war die Angst vor einer erzwungenen Rückkehr oder einfach die Ignoranz der eigenen bereits erworbenen Rechte dafür verantwortlich. Rinauro erwähnt in diesem Zusammenhang, dass nicht nur die wirtschaftspolitische Strategie es ermöglichte, mit Leichtigkeit die Aufenthalte der italienischen Bürger auszuhandeln. Es spielte auch die sich mit den Monaten und Jahren verbesserte Haltung der Franzosen gegenüber den Italienern eine große Rolle. [7]


Schlußwort



Die Kriegsgefangenschaft sowie die Internierung der italienischen Soldaten und ihre Rückkehr ist das letzte große Kapitel des Zweiten Weltkriegs, das der gründlichen Aufarbeitung harrt. Diese Arbeit ist als ein weiterer Schritt zur Aufarbeitung der Auswirkungen der Kriegsgefangenschaft und Internierung auf die italienische Nachkriegsgesellschaft zu sehen. Wie sich zeigte, ist den im Mittelpunkt dieser Studie stehenden italienischen Militärinternierten nicht nur während ihrer Gefangenschaft große Ungerechtigkeit widerfahren, sondern auch während und nach ihrer Rückkehr. Der große Moment der Heimkehr, der die ganze Zeit hindurch ersehnt worden war und zur einzigen Quelle aller Hoffnungen geworden war, entpuppte sich schließlich als Farce. Die Heimkehr wurde zu einer traurigen Erfahrung, denn außerhalb und in vielen Fällen auch innerhalb der Familie fand der Heimkehrer Gleichgültigkeit gegenüber seinem Schicksal. Er sah sich damit konfrontiert, unschuldig zu einem Störfaktor in der Gesellschaft geworden zu sein. Es schien, als würde sich der lange Winter der Gefangenschaft, wie viele Heimkehrer ihre Internierung beschreiben, auch nach ihrer Befreiung in den Widersprüchen der Gesellschaft fortsetzen. Es war eine Gesellschaft, die von den schlimmen Dramen des Krieges gezeichnet war und auf die Bedürfnisse des Heimkehrers nicht reagieren konnte, aber auch nicht wollte. Die Gründe, die eine gerechte Aufnahme der Heimkehrer behinderten, resultierten aus der Geschichte des Landes. Fehler, die nach dem ersten Weltkrieg begangen worden waren, sollten um jeden Preis vermieden werden. Der Tatsache, dass die Opfer dieser Strategie auch die Opfer des Zweiten Weltkrieges waren, wurde wenig bis keine Beachtung geschenkt. Die Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkriegs fanden im Gegensatz zu jenen des Ersten, in der Nachkriegszeit keine Anerkennung in der Öffentlichkeit, da sie dieses Mal durch ihre hohe Anzahl und ihre Verschiedenheit die Ressourcen der Gesellschaft überstiegen. Vor allem die führenden Politiker befürchteten, dass der Schwall an Heimkehrern die politische Erholung des Landes verzögern könnte. Diese Annahme begründeten die führenden Politiker dadurch, dass die ehemaligen Kriegsgefangenen während der entscheidenden Periode der politischen Meinungsbildung des Landes abwesend gewesen wären. Daraus entstand in gewissem Sinn eine Art Unverständnis, wenn nicht sogar Konfliktsituation zwischen den Erfahrungen und Leiden der ehemaligen Kriegsgefangenen und jenen der Partisanen. Die Erinnerungen des Krieges begannen sich deshalb in einer bestimmten Weise zwischen Partisanen und Heimkehrern zu differenzieren. 
Es sollte generell vermieden werden, dass eine bestimmte Partei zum Sprachrohr der Kriegsheimkehrer würde. Diese anfangs so begrenzte politische Repräsentanz der Heimkehrer führte dazu, dass sie Gehör und Aufnahme in den Vereinigungen für ehemalige Kriegsgefangene und  Internierte suchten und auch fanden. Nur dort wurde es den Heimkehrern ermöglicht, den personellen Bruch mit der Gesellschaft aufzuarbeiten. Diese Vereinigungen übernahmen in weiterer Folge die verschiedensten Aufgaben. Sie wurden zu einer Art „gewerkschaftlichen“ Organisationen, aber auch zum Vormund der Rechte der ehemaligen Kriegsgefangenen. Hauptsächlich dienten sie aber als Orte der Kommunikation, in denen die Mitglieder ihre Erfahrungen austauschen konnten, die für die anderen unverständlich waren. 

Als weiteren bedeutenden Faktor muss auch der Umstand gesehen werden, dass das Land vor allem die Niederlage des faschistischen Regimes und die Risswunde des Bürgerkrieges vergessen wollte. Ausschließlich den Heimkehrern aus der sowjetischen Gefangenschaft wurde von Seiten der führenden Politiker Aufmerksamkeit geschenkt, wie sich jedoch zeigte, nur aus instrumentalisierenden und opportunistischen Gründen. Besonderes Augenmerk im Hinblick auf die Behandlung der ehemaligen Kriegsgefangenen verdient die Wirtschaftsstrategie, die von den führenden Politiker bereits im Jahre 1944 in Gang gesetzt wurde. Es handelte sich dabei um eine Wahl, die von allen Parteien gebilligt wurde. Einerseits stützte sich diese Strategie darauf, tausende Kriegsgefangene davon zu überzeugen, in dem Land zu bleiben, das sie zuvor als Gefangene gehalten hatte, da sie in ihrer Heimat zu einem Problem für die bereits angeschlagene Wirtschaft geworden wären. Andererseits stützte sie sich auf die Aktionen der Regierung, die von Anfang an die Umwandlung des Status der Kriegsgefangenen in die Länge ziehen wollten und in Folge für sie zivile Konditionen zur Verbesserung ihrer untragbaren Situation auszuhandeln versuchte. Ziel dieser Strategie war die Vermeidung der Repatriierung der Kriegsgefangenen. Das führte unvermeidlich zu einer ambivalenten Haltung der Politiker, denn diese Wirtschaftsstrategie musste vor den Familien, die sehnlichst auf die Heimkehr ihrer Männer warteten, verschwiegen werden.

Der Heimkehrer wurde somit zur Schlüsselfigur der italienischen Nachkriegsgesellschaft, welcher nicht nur eine schmerzhafte Erfahrung auf den Schultern lastete, sondern die auch mit einer Realität konfrontiert war, die von Arbeitslosigkeit und Armut geprägt war. Diese Betrachtungen sollen die schwierige Situation der Heimkehrer verständlich machen. Trotz ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung mussten sie zusätzlich noch die Last der Gleichgültigkeit ihrer Umgebung ertragen. Besonders hart traf es die ehemaligen italienischen Militärinternierten der deutschen Lager, die sich auf Grund des Unverständnisses ihnen gegenüber Jahrzehntelang in Schweigen hüllten. Die Armut, die Arbeitslosigkeit, die Illusion einer Entschädigung durch gesetzlich geregelte Vorteile im öffentlichen Sektor machten die Enttäuschung noch schmerzhafter. Ihre Gefangenschaft, ihr Nein zur Kollaboration mit dem Feind wurde zu einer Ungerechtigkeit, zu einem ruhmlosen Drama, dem kein Recht auf Anerkennung zugestanden wurde. Es dauerte viele Jahre bis die italienische Geschichtsschreibung das Schicksal der Militärinternierten als einen entscheidenen Punkt bei der Entwicklung der nationalen Identität erkannte.



Bibliographie

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Pavone, Claudio, Appunti sul problema dei reduci, In: Gallerano, Nicola, L´altro dopoguerra. Roma e il Sud 1943-1945, Milano, 1985 (= Pavone, Appunti sul problema dei reduci).
Procacci, Giovanna, Bertucelli, Lorenzo, Deportazione e internamento militare in Germania. La provincia di Modena, Milano, 2001 (= Procacci – Bertucelli, Deportazione e internamento militare in Germania).
Sommaruga, Claudio, NO! Anatomia di una Resistenza, Roma, 2001 (= Sommaruga, NO!).
Vaenti, Pietro, Il ritorno dai lager, Cesena, 1996 (= Vaenti, Il ritorno dai lager).
Willke, Helmut, Systemtheorie I: Grundlagen, Stuttgart, 1996. (= Willke, Systemtheorie).

 

QUELLEN

 Bendotti, Angelo. Bertacchi, Giuliana. Memoria, mito e autorappresentazione nel dopoguerra: I partigiani e i prigionieri. In: Realzione al convegno di studi La Resistenza in Lombardia. Milano. In: Storia in Lombardia. Nr. 2-3. 1998.
Bertacchi, Giuliana. Il reinserimento dei reduci: Memoria e soggetività. In: Studi di ricerche di storia contemporanea bergamasca. Nr. 51. Juli 1999. Bergamo. (= Bertacchi, Il reinserimento dei reduci).
Bistarelli, Agostino, Il reinserimento dei reduci, In: Istituto storico della Resistenza in Piemonte, Una storia di tutti, Prigionieri, internati, deportati italiani nella seconda guerra mondiale, a cura di Romain Rainero, Milano, 1989 (= Bistarelli, Il reinserimento dei reduci).
Bistarelli, Agostino, Reducismo e associazionismo nel dopoguerra, In: Studi di ricerche di storia contemporanea bergamasca, Nr. 51, Juli 1999, Bergamo (=Bistarelli, Reducismo e ass   ociazionismo).

Bravo, Albini, Camilla, Uno sguadro all`universo concentrazionario: analisi del
comportamento umano in condizioni estreme. Vortrag am Kongress „Sopravvivere Liberi. Il No dei militari internati nei lager nazisti. Roma Palazzo Barberini. 12. März 2002 (= Bravo, Analisi del comportamento umano).

Coltrinari, Massimo, Il contributo dei prigionieri di guerra alla rinascità dell´Italia (1946-1947), in: Patria indipendente, Quindicinale della Resistenza e degli ex combattenti, Roma, Giugno, 1996 (= Coltrinari, Il contributo dei prigionieri di guerra).
Devoto, Andrea, Considerazioni psicholgiche sull`attegiamento degli internati. In: Atti del Convegno di Studi Firenze – 14/15 novembre 1985. 1986 (= Devoto, Considerazioni psichologiche).
Labanca, Nicola, Appunti sul ritorno degli Internati Militari Italiani, In:  Procacci, Giovanna. Bertucelli, Lorenzo, Deportazione e internamento militare in Germania. La provincia di Modena, Milano, 2001 (=La Banca, Appunti sul ritorno degli Internati Militari Italiani).
Labanca, Nicola, Il ritorno dei prigionieri, l´identità degli internati militari, In: Studi di ricerche di storia contemporanea bergamasca, Nr. 51, Juli 1999, Bergamo (=La Banca, Il ritorno).
Martini, Massimo, Promblemi psicologici dei deportati nei campi di concentramento nazisti. In: Quaderni del Centro di Studi sulla deportazione e l´internamento. Nr. 8. Associazione Nazionle Ex Internati. Roma. 1974 – 1975 (= Martini, Promblemi psicologici dei deportati).
Rinauro, Sandro, La disoccupazione di massa e il contrastato rimpatrio die prigionieri di guerra, Relazione al convegno di studi: La Resistenza in Lombardia, Milano, in: „Storia in Lombardia, Nr. 2-3, 1998 (= Rinauro, La disoccupazione di massa).inauro, Sandro, Prigionieri di guerra ed emigrazione di massa nella politica economia della ricostruzione, 1944 – 1948, In: Studi di ricerche di storia contemporanea bergamasca, Nr. 51, Juli 1999, Bergamo (= Rinauro, Prigionieri di guerra ed emigrazione).
Violante, Francesco, La patologia tardiva da deportazione, internamento e prigionia, In: Quaderni del Centro di Studi sulla deportazione e l`internamento. Nr.2. Associazione Nazionale Ex-Internati, Roma, 1965 (= Violante, La patologia tardiva).


[1] Vgl. Rinauro, La Disoccupazione di massa,  S 552f.
[2] Lenti. In: Rinauro, La Disoccupazione di massa, S 557.
[3] Vgl. Rinauro, La Disoccupazione di massa, S 562f.
[4] Vgl. Bistarelli, Reducismo e associazionismo, S 240-243.
[5] Vgl. Rinauro, La disoccupazione di massa, S 557-575.
[6] Vgl. Rinauro, Prigionieri di guerra ed emigrazione, S 246.
[7] Vgl. Rinauro, Prigionieri di guerra ed emigrazione, S 251-267.

domenica 14 luglio 2013

Trieste: La risiera di San Sabba e la sovranità della repubblica Sociale Italiana


Uno degli aspetti più significativi  della dipendenza integrale della repubblica Sociale Italiana, che i tedeschi consideravano allo loro strette e dirette dipendenze, in attesa della vittoria finale, dopo la quale tutta l’Alta Italia sarebbe stata annessa al Reich, ripristinando i confini del tramontato Imperial Regio Governo Austro-Ungarico è dato dalla esistenza in territorio italiano di un campo di concentramento. Norma ferrea emanata dai vertici nazisti è che i campi di concentramento dovevano essere costruiti in territorio del Reich e non nei territori occupati. Fossoli, ad esempio, essendo in territorio occupato, non era un campo di concentramento, ma solo un campo di transito.
Questo per salvaguardare il segreto; infatti, una volta terminata la guerra e raggiunti gli obiettivi della purezza ariana, tutte le tracce ed i testimoni dovevano essere cancellati. La perfidia nazista non ha mai avuto limiti. Se un campo di concentramento è a Trieste, vuol dire che Trieste, città tanto cara agli Asburgo ed al mondo tedesco, voleva dire che era in territorio del Reich. Quindi la risiera di San Sabba ha un significato di notevole spessore quando si considerano i rapporti tra tra RSI e Reich Tedesco.  Contatti: prigionia@libero.it



                 








domenica 7 luglio 2013

Porte della Memoria. Materiali 1.5 Germania. I campi speciali nella Germania Est



I materiali di questo argomento sono interessati. Si va dai "Speziallagern" o i campi della polizia politica stalinista NKVD, al genere di detenuti che vi si internavano, ai campi speciali a sostegno della denazistificazione, con particolare a settori come l'arresto, l'interrogatorio e la deportazione. Interessante i materiali riguardanti le razioni alimentari, oltre che alla sorveglianza ed alla autoamministrazione fino a giungere allo smantellamento dei campi all'inizio degli anni cinquanta. La nota, o articolo o saggio è di estremo interesse, in quanto rappresenta il postwar della Unione Sovietica in Germania prima della edificazione della Germania Est.
contatto  prigionia@libero.it

Porte della Memoria. Materiali 1. 4 Italia Il Ritorno e la Fase del Rimpatrio 1945


Sul numero di questa rivista è apparso un interessante articolo fotografico a cura di Pietro Ramella  dedicato a rimpatrio degli Internati militari.  Spazio iconografico è dedicato anche all'internamento femminile, un segmento poco studiato e che merita approfondimenti.
Di seguito una foto che ritrae, nel citato articolo, alcune internate, dal cui vestiario si capisce immediatamente che cosa sia stato l'internamento

Le condizioni materiali degli internati erano tali che gli oggetti di proprietà potevano stare bene in uno zaino. Era tutto quello che riuscirono a portare a casa dall'internamento.
Il Trattamento  e la vita nei campi è un altro argomento di estremo interesse, in quanto è li che si vede come la Potenza detentrice o chi gestisce il campo manifesta il suo modo di considerare l'internato 

per contatti prigionia@libero.it

Porte della Memoria. Materiali 1.3 Germania. 1933 Controllo delle Masse Operaie


Topografia del Terrore. Un esempio di documentazione di questa fonte. Accanto alla fonte iconografica vi è quella documentale. Ciò permette di estrapolare concetti tali da avere materiali per articoli di commento o di illustrazione


Porte della Memoria. Materiali.1.2 GermaniaTopografia del Terrore





 Topografia del Terrore è un Museo a Berlino costruito di recente che spiega, con solo materiale fotografico, l’ascesa , l’affermazione  e l’attività del Nazismo dal 1933 al 1945. Tutto quello che i nazisti hanno fatto in Germania ed in Europa qui è documentato attraverso l’immagine fotografica coeva con didascalie in inglese e tedesco. La fonte è eccezionale, in quanto il commento alla foto che si presenta o al documento, con applicazione del metodo storico, permette di scrive note ed articoli di assoluto rilievo, in chiave di presentazione e di riflessione. Il volume è articlato in cinque comparti e copre tutto l’arco di esistenza del Nazismo e tutto quello che è stato realizzato dai suoi organi di polizia, con l’uso codificato della violenza e della tortura attuati attraverso il campo di concentramento, per l’annientamento prima psicologico poi fisico dei nemici presunti o reali.
Possibilità di stesura di svariati articoli; ogni comparto permette di avere materiale per serie di articoli e di saggi.
(contatto prigionia@libero.it)




Porte della Memoria Materiali.1. Europa 1945-1951: per gli ebrei continua la vita nei campi


Al momento della sconfitta della Germania,  per gli ebrei, nel periodo 1945-1951 la vita nei campi di internamento in Europa continua. Nella cartina  i principali campi gestiti dalle quattro potenze vincitrici oltre che in Italia,. Sono disponibili il Numero dei profughi ebrei nel 1946  ed il numero degli ebrei nella zona occupata nel 1945. Le fonti sono di origine anglosassone.
Possibilità di un articolo di 3-4 pagine.
(prigionia@libero.it)

venerdì 21 giugno 2013

L'Albo degli IMI caduti nel lager Nazisti


LA mattina del 7 maggio 2013 nell'Ausitorium di Piazza  Adriana a Roma, un attento pubblico ha partecipato all'incontor organizzato dalla ANRP per ricordare gli Internati Militari Italiani e presentare la proposta di progetto per la creazione dell'Albo degli IMI Caduti nei Lager nazisti, un date base on line dove inserire tutti i loro nominativi.

L'Articolo di Carlo Cesana è possibile trovarlo su www.anrp.it, Rassegna ; Maggio Giugno 2013, n. 5-6

martedì 21 maggio 2013

16 maggio 1943: cade il Ghetto di Varsavia. 16 maggio 2013


Ripubblicati gli
“Appunti del Ghetto di Varsavia”
 di Emmanuel Ringelblum

Emmmanuel Ringelblum ha raccontato negli “Appunti” l’orrore quotidiano degli Ebrei nel Ghetto di Varsavia durante l’occupazione nazista, svolgendo tale compito come un dovere ineluttabile come uomo e come storico. Fin dal novembre del 1939, due mesi dopo l’invasione della Polonia, aveva deciso di registrare quotidianamente tutta la storia della catastrofe subito degli ebrei, affinchè tale storia fosse tramandata ai posteri.
Oggi, nel 70° anniversario della caduta del Ghetto di Varsavia, avvenuta il 16 maggio 1943, la Casa editrice Castelvecchi, lo ripubblica con il titolo “Sepolti a Varsavia”, Roma, 2013, pagine 286, euro 22.
 Un opera fondamentale, che in questa edizione aggiunge anche una aggiornata prefazione che si aggiunge a quelle della edizione Mondadori del 1962 e del Saggiatore del 1965.

Ringelblum, storico polacco, durante l’occupazione di Varsavia assunse il compito di raccontare gli avvenimenti tragici che avrebbero condotto alla distruzione della comunità ebraica. Riuscì a creare una rete clandestina per raccogliere documenti e testimonianze all’interno delle mura che i nazisti avevano innalzato attorno al ghetto nel novembre 1940. Osservare, annotare, tramandare erano considerati una forma di necessaria resistenza, uno dei fronti in cui necessitava lottare. Nascosti in dieci scatole di metallo, gli “Appunti” furono ritrovati nel 1946, mentre un’altra parte tornò alla luce nel 1950 in due contenitori sigillati in scatole del latte.
Non si tratta di un diario privato: l’autore voleva offrire una fotografia, il più possibile oggettiva, di quanto stava accadendo. E così l’orrore ci viene restituito nella sua freddezza, e ci viene mostrato cosa abbia significato la persecuzione nazista e come sia penetrata, disfacendola, nella vita di coloro che la subirono. Dalla cancellazione dello stato di diritto alla disgregazione familiare, dalla precaria economia di contrabbando alle delazioni, dalle violenze disumane agli slanci di umanità, fino a giungere alla rivolta che segnerà la distruzione del ghetto e dei suoi ormai pochi abitanti. In poco meno di tre anni all’interno di quelle mura furono uccisi quasi mezzo milione di ebrei.
Gli “Appunti” sono l’espressione di 35.000 pagine di note che Ringelblum voleva avere come base per una rielaborazione che avrebbe dovuto fare nel dopoguerra. Ma nel 1944 la Gestapo scoprì il nascondiglio dove aveva trovato riparo e lo fucilò insieme alla moglie, al figlio ed ad altre 35 persone che erano con lui.
La sua morte ha reso “Sepolti a Varsavia” un’opera incompiuta, una che resta fondamentale per comprendere l’orrore in cui fu precipitato il mondo in quegli anni bui, ma anche quella ostinata fiducia nell’uomo che ha animato l’opera di Ringelblum fino alla fine 
(16 MAGGIO 2013)
(PRIGIONIA@LIBERO.IT)

"Unione Informa" cambia nome


“L’Unione informa” diventa “pagina ebraiche 24”

Si apprende che dopo cinque anni di vita , l’Unione informa”, il quotidiano telematico dell’ebraismo italiano, cambia nome, e diventa “pagine ebraiche 24”. Le novità , cone spiegato da Guido Vitale, coinvolgono anche trasformazioni nel merito, nella grafica e nella localizzazione degli articoli al fine “di esprimere la gioia della nostra identità e di conquistare nuovi amici, senza ai quali il futuro di una minoranza sarebbe fragile ed incerto”

venerdì 10 maggio 2013

Notizie dall'Isola di Kos.


Riportiamo una nota inviata a tutti i gli iscritti della sezione di Ostia dell'UNUCI, con preghiera della massima divulgazione:

Un ufficiale delle riserva greca mi informa che a Kos e' stata trovata oggi una fossa comune di ufficiali italiani fucilati a Linopoti.
L'articolo riporta
" Oggi un contadino, scavando sul terreno dove furono fucilati gli Ufficiali Italiani nell'ottobre del 1943, ha rinvenuto uno stivale con un piede; non ha dato importanza al fatto. Quando l'hanno saputo il Dott. Kogiopolos ed il Prof. Trikilis lo hanno comunicato al Sindaco di Kos e all'Ambasciata Italiana".

Seguire il link per visionare il filmato e le foto riportate dal quotidiano locale.
 
Cordiali saluti
Cap. Luigi Manini
 

giovedì 9 maggio 2013

La chiarezza dei documenti. Leggi Razziali


Qualsiasi ricerca si deve basare sui documenti. Riportiamo un esempio, riproducendo un manifesto pubblicato in Italia in merito alla leggi razziali approvate nel 1938. Anche un linguaggio museale, oltre alle fonti materiche, deve avere a corredo documenti che sottolineano con la loro chiarezza la validità del linguaggio stesso

lunedì 29 aprile 2013

Il Kugel Erlass - Il Decreto Pallottola

Crimini di Guerra. 

L’Ordine Kugel-Erclass è una direttiva criminale del vertice tedesco e del regime nazionalsocialista, tra le tante altre, consistenze nella eliminazione diretta ed immediata di prigionieri che avevano tentato la fuga mediante un colpo alla nuca, o se numerosi, tramite le camere a gas.
In particolare l’ordine Kugel-ERlass applicato anche agli Internati Militari Italiani, precisava che  tuti gli ufficiali italiani e sottufficiali e truppa catturati nuovamente in seguito ad una fuga dovevano essere consegnati al Capo della polizia di pubblica sicurezza o del Servizio di Sicurezza delle SS per essere avviati al campo di concentramento di Mauthhausen e qui dovevano essere eliminati con un colpo alla nuca esploso da un impianto speciale o tramite le camere a gas. L’ordine era esteso a tutti i prigionieri di guerra, ad eccezione di britannici ed americani. Si precisava che queste disposizioni non dovevano essere rese note ufficialmente e gli altri prigionieri non dovevano sapere la fine riservata al loro compagno ripreso dopo  la fuga. Questa disposizione ebbe per conseguenza che i tedeschi scientamente ingannarono le organizazioni internazionali di assistenza ai prigionieri. Infatti i militari nuovamente catturati dovevano essere segnalati come “fuggiti e non ripresi”  sia la Centro Informazioni della Wehmarmacht  (Wehrmachtauskunftsstelle) sia ai rappresentati della Potenza protettrice che per gli Internati Militari Italiani era la R.S.I. con tutto quello che stava a significare, e della croce Rossa Internazionale e a tutti gli Uffici ed Organizzazioni che avessero chiesto notizie.

Al processo di Norimberga vi fu un ampio scontro su chi avesse dato questo ordine criminale che violava non solo il diritto-dovere del prigioniero alla fuga, ma anche lo stesso spirito della Convenzione di Ginevra del 1929, oltre ad evidenti motivi morali ed etici oltre che umanitari. Sotto il profilo meramente formale sembra che la responsabilità di tale ordine sia da far risalire al Comando Supremo della Werhmacht, ma la questione è molto controversa. La Werhmacht era a conoscenza di questo ordine e tutti i suoi orgoni interessati lo applicava in modo sistematica; quindi la responsabilità è accertata. A Norimberga questa responsabilità fu negata da tutti gli imputati accusati di crimini di guerra. Durante il processo si voleva dimostrare la parte avuta dagli imputati nei crimini di guerra e quindi la questione era di importanza fondamentale. Uccidere sistematicamente prigionieri ripresi dopo la fuga è un crimine di guerra. Il Feldmaresciallo Keitel sostenne che non ricevette mai quell’ordine da parte del Reichfuhrer-SS Himmler. Può anche ipotizzarsi che l’ordine lo diede a voce direttamente Hilter ad Himmler. Ma l’esame della documentazione disponibile rileva che i vari comandi dei campi ricevettero ordini specifici che, ai fini della tutela del segreto, consegnassero nei fuggitivi ripresi all’ufficio della Polizia di Stato competente per territorio (che li avrebbe giustiziati) e non inviati a Mauthausen.

L’Ordine “Kuegl-Erlass“ fu applicao anche agli Internati Militari Italiani.
Occorre premettere che, per quei Italiani  che si erano sottratti alla cattura durante le operazioni tedesche del settembre 1943  o che non si erano presentati alle varie chiamate alle armi non furono considerati ne disertori ne prigionieri in fuga, bensì come obiettori di coscienza. E come tutti coloro che non volevano prestare servizio militare dall’agosto 1944 non vennero giudicati dai tribunali tedeschi ed italiani, mettendoli a disposizione del Plenipotenziario generale per la mano d’opera e utilizzati ai fini della economia bellica tedesca. Questo rileva ancora una volta la grande inconcruenza dei Nazisti, incapaci di essere coerenti con i loro fini: disperatamente a corto di uomini sia come combattenti che come impiego nella produzione bellica, adottavano misure di sterminio privandosi di uomini utilissimi ed indispensabili.

Nonostante le confutazioni di Keitel volte a negare il fatto che questo ordine pallottola non era di sua responsabilità, interessante è una disposizione del Comando della VI regione Militare in cui si parlava “expressis verbis”degli internati militari italiani come vittime potenziali. Vi si leggeva  in tutta chiarezza  che gli internati militari ed i prigionieri di guerra di pressochè tutte le nazioni in determinate condizioni dovevano essere consegnati alla Polizia Segreta di Stato dopo averli privati arbitrariamente dello “status” di prigionieri di guerra. Ciò significava che la Wehrmacht consegnava i prigionieri ad una organizzazione specializzata in tortura ed assassinio.

Non è possibili stabilire quanti Internati Militari Italiani abbiano trovato la morte a Mauthausen a seguito del decreto “Kugel-Erclass”. E’ importante notare, invece, che questo decreto criminale è stato applicato anche contro gli Internati Militari e quindi è possibile stabilire che essi siano stati vittime an che di questa atrocità.